Studium

Zur Konzeption des Goetheanismus als Bildekräfte-Anthroposophie

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Hintergrund: Rudolf Steiners Genie

in der Konzeption der Anthroposophie durch Goetheanismus

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In einer 15 Jahre währenden „Geisterfahrt“ H. Zanders[1] durch die Soziologie der Anthroposophie wird wiederholt die Anthroposophie und mit ihr die anthroposophische Bildungswissenschaft als Plagiat der Theosophie beschrieben.

Den Verfasser – seit 15 Jahren als praktizierender Kulturpädagoge auf der Basis der Anthroposophie tätig – empfindet diese Provokation sowie die eigene Frage nach dem ursprünglichen Grund des Wachstums z.B. bei Pflanzen als Aufruf, der Originalität der Anthroposophie gegenüber ihrer geschichtlichen Verankerung nachzugehen.

Gibt es einen originellen Urgrund, auf dem das kontextualisierte Anthroposophie-Bild mit dem Anthroposophie-Bild Rudolf Steiners in Übereinstimmung gebracht werden kann? Und mit welchem künstlerischen Handwerkszeug lassen sich die Wege Rudolf Steiners in ihrer Originalität beschreiben und nachgehen, so dass die von Rudolf Steiner avisierte Originalität der Anthroposophie nachgewiesen werden kann? Und was bedeutet Originalität in dieser Betrachtung eigentlich? Diese Frage entzündet sich geradezu am Kontext-Dämon Zanders und richtet sich auf die These: die Bildekräfte der Anthroposophie sind ein Werkzeug, mit dem die Originalität der Anthroposophie nachgewiesen werden kann.

In der aktuellen Diskussion werden häufig Bildekräfte als die ätherischen Kräfte bezeichnet, die sich bei Beobachtung z.B. eines pflanzlichen Wesens zeigen und deren Ausdruck häufig als Orientierung einer Qualität beschrieben wird. Bei einer vergleichenden Betrachtung zeigen sich jedoch häufig Schwierigkeiten, die mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten, deren Sprach- und Bildverständnis  und anderen Einflussfaktoren zu tun haben. Hierdurch zeigt sich die Notwendigkeit Differenzierungsmerkmale zu finden, die dem Genauigkeitsanspruch der Geistes-Wissenschaft entsprechen, die darüber hinaus auch nachvollziehbar sein sollten.

Die Bildekräfte in der von Rudolf Steiner gemeinten Weise sind

  • Das geistige Gerüst, auf dem Theosophie und Anthroposophie synthetisch erscheinen, ohne dass beide Strömungen ihre jeweilige Originalität verlieren:
    • Theosophie als Vertreterin einer alten Ordnung im Umgang mit Bildekräften
      • verschlossene Hierarchien,
      • nur karmisch veranlagte Gestaltungsautorität,
      • atavistische oder alte Veranlagungen geistiger Wahrnehmungsfähigkeit werden als angeboren und nicht als entwicklungsbedingt wahrgenommen,
    • Anthroposophie als Vertreterin einer neuen Ordnung im Umgang mit Bildekräften
      • offene Hierarchie,
      • das wissenschaftliche Denken an der Naturwissenschaft, das seine Voraussetzungen kennt, ist der Grundstein der geistigen Wachstumskompetenz,
      • jeder, der der Naturwissenschaft folgt, kann die Gestaltungsautorität erwerben indem er Umgang mit Bildekräften übt;
      • die Begabung des Übenden durch einen Meister der Gestaltungsmerkmale ermöglicht unwissenden und blinden Geistesschüler durch den INITIATIONSWEG wissend, weise und sehend zu werden.
    • Das initiatische Werkzeug sind die Bildekräfte,
      • in der theosophischen Ordnung wirken sie als gegeben (gewordene Begabung),
      • in der anthroposophischen Ordnung werden die Bildekräfte als evolutionäre Begabung erfahren, die dem Üben an der Naturgeführten Geisteswissenschaft (Goetheanismus) einverleibt werden.
    • Anthroposophie entwickelt sich im Spannungsfeld von atavistischen Begabungen (Karma mit Bildekräften) und goetheanistischen Verkörperungen (Anthroposophie der Bildekräfte), würde sie eines der beiden Elemente abschneiden, sie würde ihren Charakter verlieren.
  • Die Elemente des heiligen Grals, um die katholische Kirche und Anthroposophie gleichermaßen ringen (Dies bewegt Zander dazu, in jeder Auseinandersetzung „machtpolitisches“ Gebaren zu erkennen, ein Gebaren, in dem er sich selbst befindet auf der Suche nach der Essenz in den verschiedenen geistigen Strömungen und Bewegungen).
  • Das Werkzeug, mit dem die geistigen und praktischen Wege Rudolf Steiners nachvollzogen und – viel wichtiger – nachgegangen werden können, so dass sowohl seine geistigen als auch seine irdischen Werke reproduzierbar werden.
  • Das Werkzeug der geistigen Schulung, welche der Verfasser seit 2007 auf Verlangen verschiedener Menschengruppen betreibt, und in der sich gezeigt hat, wie mit den Bildekräften sowohl in der Bewusstseins- als auch in der Handlungsentwicklung gearbeitet werden kann, so dass eine Bildungsgemeinschaft entsteht, in welcher das Anwendungswissen (Gestaltungsautorität) der Bildekräfte von Studiengrad zu Studiengrad in offenen hierarchischen Wegen weitergegeben wird.
  • In der von Rudolf Steiner skizzierten Dimension des Geistesmenschen zu finden, und stehen dort den Entwicklungen aller Wesen zur Verfügung. In sechs Kategorien (Wahrnehmungsbildner, Unterscheidungs- und Begriffsbildner, Intelligenzbildner, Organisationsbildner, Konstitutionsbildner, Persönlichkeitsbildner) mit jeweils sieben bis zwölf Elementen verbergen sich 49 Bildekräfte, die wahlweise im Körper, im Äther, im Seelisch-Geistigen oder auf Geistselbstebene von entsprechenden Gestaltungsautoritäten inkarniert werden. Die siebte Kategorie – dramatisiert in modernen Märchen wie Der Herr der Ringe, Harry Potter oder Matrix – symbolisiert jenen Ort, an dem Kombinationen aller 49 Bildekräfte mit den Veden des Lebensgeistes in „Ringen“ verbunden werden können, und Gemeinschaften von Wesen zur Verfügung gestellt werden.

Rudolf Steiner wollte jedoch auf die freie Gestaltung der „Ringe“ hinwirken, sein Karma war es nicht, wie Blavatsky oder Besant, einen Eingeweihten wie Krishnamurti zu hofieren, welcher die Menschen mit „Ringen“ und Gaben der Geisteswelt überhäuft (Karma der Bildekräfte), und sie hinsichtlich Herkunft und Gestaltungsprinzipien der Bildekräfte im Dunkeln und daher im Kinderstatus belässt.

Rudolf Steiners Anliegen war es, Menschen in einer neuen Bewegung darin auszubilden, Bildekräfte-Werkzeuge wie anthroposophische Heilmittel, Demeter-Präparate, anthroposophische Bildungsmethodik (wie „Ringe“) in der siebten Kategorie aus Bildekräften frei zu gestalten, und damit die neue Zeit einzuläuten: Eine solche Gemeinschaft, die frei mit Bildekräften umgehen wird, hat Rudolf Steiner in der Anthroposophischen Gemeinschaft begründet. Daher möchte diese Arbeit jener Bewegung dienen, in dem sie die Bildekräfte beschreibt, ihre Anwendung an Beispielen skizziert (ggf. im Vergleich Steiner vs. Goethe) und das Üben einleitet.

Es wird also ein besonderes Anliegen dieser Arbeit sein, Bildekräfte als grundlegende Strukturkräfte zu zeigen, die die verschiedenen Ausprägungen des Lebens gestalten und mit denen konkret gestaltende Arbeit geleistet werden kann. Dabei wird gezeigt werden, wie diese Begriffe aus der Arbeit Rudolf Steiners abgeleitet werden können und wo sie sie erweitern. Sodann soll gezeigt werden, dass der Umgang mit ihnen im Rahmen einer klaren Naturwissenschaft praktische und nachvollziehbare sowie entwickelnde Kräfte freisetzt, die den modernen Menschen in seinem Potential zur Seite stehen. Damit ergibt sich klar die Originalität und auf die Zukunft gerichtete Orientierung, die dem ganzen Werk R. Steiners zu Grunde liegt.

 

Das Inhaltsverzeichnis des Handout

  1. Persönlich-Sachliches. 2

Von der Suche nach der Fragestellung und Konzeption. 2

  1. Der Bildekräfte-Begriff 11

Bildekräfte im Zeitverlauf 11

Die Aufgabe der Abgrenzung. 11

Bildekräfte des Äthers. 14

Beobachtungsort „universeller“ Bildekräfte. 17

Beobachtungsarten der Bildekräfte. 20

Kategorien der Bildekräfte. 25

Konstitutionsbildner 25

Organisationsbildner 26

Unterscheidungs- oder Begriffsbildner 28

Moral- und Intelligenzbildner 30

Bildekräfte als Meditationsbildner 33

Wahrnehmungsbildner 35

Form- und Persönlichkeitsbildner 37

Begriffsgenese. 45

Konstitutionsbildner werden zu Kraftbildnern. 46

Organisationsbildner werden zu Formbildner 46

Unterscheidungs- und Begriffsbildner, Tätigkeitsbildner 47

Moral- und Intelligenzbildner werden zu Begriffsbildnern. 48

Wahrnehmungsbildner werden zu Sensorbildner 49

Persönlichkeitsbildner werden zu Selbstbildner 49

III.        Bildekräfte-Verkörperung. 51

Die Phänomenologie der Kraftbildner 51

Die sieben Kraftbildner 53

Der 1. Kraftbildner 55

Die 7gl. Knochen- und Körper-Veden der Halswirbel 61

Die 7gl. Knochen- und Körper-Veden der Brustwirbel 62

Die 7gl. Knochen- und Körper-Veden der Lendenwirbel 62

Der 2. Kraftbildner 63

Strukturhierarchie der Bewegungsveden. 74

Meditations-Voraussetzungen für die Bildekräfte-Erfahrung. 76

Bewegungveden im 2. Kraftbildner 77

Der 3. Kraftbildner 78

Ein Bildekräfte-Entwurf der Doppelgängerstruktur 79

Strukturhierarchie der Nervenveden. 83

Der 4. Kraftbildner 85

Der 5. Kraftbildner 85

Der 6. Kraftbildner 85

Der 7. Kraftbildner 86

Phänomenologie der Formbildner 88

Die zwölf Formbildner 88

Der 1. Formbildner 88

Der 2. Formbildner 89

Der 3. Formbildner 89

Der 4. Formbildner 90

Der 5. Formbildner 91

Der 6. Formbildner 91

Der 7. Formbildner 92

Der 8. Formbildner 92

Der 9. Formbildner 92

  1. und 11. Formbildner 93

Der 12. Formbildner 93

Die Selbstbildner 93

Körperliche und psychische Selbstregulation. 94

Körperliche und psychische Selbsterfassung. 95

Der 1. Selbstbildner 101

Der 2. Selbstbildner 102

Der 3. Selbstbildner 104

Die Sensorbildner 105

Der 1. Sensorbildner 112

Der 2. Sensorbildner 113

Der 3. Sensorbildner 114

Der 4. Sensorbildner 115

Die Tätigkeitsbildner 116

Der 1. Tätigkeitsbildner 123

Der 2. Tätigkeitsbildner 125

Der 3. Tätigkeitsbildner 128

Der 4. Tätigkeitsbildner 130

Die Begriffsbildner 133

Der 3. Begriffsbildner – die neun Idealisten. 137

Der 2. Begriffsbildner – die drei Baumeister 140

Der 1. Begriffsbildner – Die sieben gestaltenden Sammler 141

Der 4. Begriffsbildner – die vier oder fünf Beobachter 144

Der 5. Begriffsbildner – die sieben Evolutionsbildner 146

Der 5. Tätigkeitsbildner 154

Der 5. Sensorbildner 156

Der 4. Selbstbildner 157

Der 6. Begriffsbildner – die drei Identifikationsgestalten. 160

Bildekräfte-Wandlung durch den Sozialraum-Individualisierer 167

Der 5. Selbstbildner 168

Stabilität, Erneuerungskraft, Optimismus im 5. Selbstbildner 169

Veränderungen des Wirkungsprozesses. 171

Im 6. Begriffsbildner 172

Im 4. Selbstbildner 173

Im 5. Sensorbildner 174

Im 5. Tätigkeitsbildner 176

Die Verwandlung der Begriffsbildner 176

Die Verwandlung der Tätigkeitsbildner 179

Die Verwandlung der Sensorbildner 181

Die Verwandlung der Selbstbildner 182

Die Verwandlung der Form- und Kraftbildner 186

Das Bildekräfte-INVENTAR.. 189

Kraftbildner in anthroposophischen Kulturtechniken. 193

 

[1] Karen Swassjan „Aufgearbeitete Anthroposophie, Bilanz einer Geisterfahrt“ Verlag am Goetheanum, 2007.

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